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Stabilisierung Typ "DSS"

Dynamische Stabilisierungssysteme versuchen 2 Nachteile rigider Fusionen (Versteifungen) zu überwinden:

1.)

"Feste" Implantate verhindern eine Bewegung im operierten Bereich. Meist wird dies durch eine vermehrte Beweglichkeit der über- und unterhalb der Fusion liegenden Segmente kompensiert. Eine Versteifung des Bewegungssegmentes LWK4/5 führt zu einer vergrößert den Bewegungsradius und damit die Belastung der Segmente LWK3/4 und LWK5/SW1 . Um dies zu verhindern werden "semirigide" oder "flexible" stabilisierende Implantate geschaffen, welche die Flexibilität bzw. den natürlichen Bewegungsablauf der Wirbelsäule nachahmen sollen. Dies wird im DSS-System von Paradigm-Spine durch die Beweglichkeit des zwischen den Schrauben gelegenen Federsystems (in reduzierter Form) erreicht.

Ähnliche Resultate kann man durch bewegliche Schrauben erhalten, wie sie z.B. im Cosmic-MIA System der Firma Ulrich-Medical eingesetzt wird.

2.)

Die Fusion hat aber einen weiteren Nachteil. Durch die Versteifung wird die kinetische Energie ungebremst und ungepuffert an die über- und unterhalb der Fusion liegenden Segmente weitergeleitet. Die abfedernde Wirkung der Bandscheibe wurde ja durch ein festes Implantat aufgehoben.

 

Das innovative Federungsprinzip des DSS-Systems kann ein Abpuffern der Belastung ermöglichen. Der zwischen den Schrauben gelegene "Coupler" ist ähnlich wie eine Plattfeder aufgebaut und bewirkt eine Nachgeben des Implantates in der Vertikal- und Rotationsachse.
An der Entwicklung der Technik sind wir maßgeblich beteiligt, weswegen die Firma Paradigm Spine das Rücken-Centrum als Referenzzentrum ausgewiesen hat. Implantate sowie Operationstechniken werden durch Dr. Eberhard Mayer und Dr. Jörg List Gastärzten vermittelt.


Stellenwert:

Alle dynamischen Implantate, die auf beweglichen Schraubensytemen bzw. puffernden Inlays beruhen, sind neu (5-10 Jahre). Langzeitergebnisse stehen aus, die Implantate sind einfach noch nicht "alt" genug.
Der Beweis, dass die Implantate tatsächlich die Bewegung erhalten und zu einer Minderbelastung der angrenzenden Segmente führen, steht daher noch aus.