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Mikrochirurgische Dekompression des Nervenkanals


Manchmal tun die Füße weh oder die Gehstrecke ist wegen „schwerer Beine“ auf kurze Strecken reduziert: „Claudicatio spinalis“, die Schaufensterkrankheit. Eine Einengung des Nervenkanals oder eines spezifischen Nervens ist hierfür verantwortlich. In der Kernspintomographie lässt sich eine Einengung des Nervenkanales (Spinalkanalstenose) darstellen:

Wenn anderweitige Therapieverfahren (Physiotherapie, Medikamente, Magnesium, das bewährte „Hausmittelchen“ etc.) nicht mehr helfen, sollte ein operatives Vorgehen erwogen werden. Selektive Injektion an der Wirbelsäule führen nur bedingt zu einer Verlängerung der Gehstrecke.

Bei diesem Operationsverfahren werden die Nerven von einengendem Gewebe, meist die Hülle des Nervenkanals („Ligamentum flavum“) und knöcherne Anbauten der Wirbelgelenke entfernt.
Dadurch können sich die Nerven freier bewegen, die Blutversorgung wird wieder im ausreichenden Maße hergestellt und somit die Gehstrecke deutlich verbessert.

Der Chirurg wählt dabei einen knapp neben der Wirbelsäule gelegen (interlaminären) Zugang ähnlich wie bei der mikrochirurgischen Operation zur Beseitigung eines Bandscheibenvorfalles.
Der Hautschnitt ist dabei circa 2.5 maximal 4cm lang und hängt im wesentlichen von der Länge der eingeengten Nervenstrecke ab.
Operiert wird unter dem Mikroskop, das einen mobilen Schwenkarm und mehrere Vergrößerungsoptiken besitzt.
Der Eingriff dauert circa 1 Stunde pro Segment, der Patient ist 2-6 Stunden nach dem Eingriff voll bewegungsfähig.


Stellenwert des Verfahrens:

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt neben der Schonung des Gewebes in der hervorragenden Rundumsicht durch das Mikroskop und der Flexibilität, lässt sich die Gegenseite darstellen, ohne dass zusätzliches muskuläres Gewebe vom Wirbel gelöst werden muss. Es vermindert dadurch eine eventuelle segmentale Gefügelockerung.

 

Dieses Verfahren ist unser Standard und bietet gegenüber einer Hemilaminektomie oder Laminektomie, d.h. teilweise oder komplette Entfernung des Wirbelbogens ein weniger traumatisierendes Vorgehen und eine bessere Stabilität.

Nach der Operation erfolgt noch eine Krankenhausaufenthalt für eine Woche. Im Anschluss ist eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme vorgesehen.